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05Mär

Globale Kapitalmärkte

Kategorie // Aktuelles

Zunehmend differenzierte Strategien gefragt

Nachdem sich nahezu alle globalen Kapitalmärkte, wie Aktien-, Anleihen-, Wechselkurs- und Rohstoffmärkte, im ersten Halbjahr 2014 in ruhigem Fahrwasser mit historisch extrem niedrigen Volatilitäten befanden, hat sich das Bild im zweiten Halbjahr deutlich gedreht. Den Startpunkt bildete die regional zunehmend auseinanderlaufende Geldpolitik.

Nachdem sich nahezu alle globalen Kapitalmärkte, wie Aktien-, Anleihen-, Wechselkurs- und Rohstoffmärkte, im ersten Halbjahr 2014 in ruhigem Fahrwasser mit historisch extrem niedrigen Volatilitäten befanden, hat sich das Bild im zweiten Halbjahr deutlich gedreht. 

Den Startpunkt bildete die regional zunehmend auseinanderlaufende Geldpolitik. Während die US-amerikanische Notenbank FED den schrittweisen Rückzug aus ihrem Anleihen-Kaufprogramm vollzog und voraussichtlich Mitte dieses Jahres erstmalig nach der globalen Finanzkrise die Zinsen erhöht, hat im Januar 2015 die europäische Zentralbank EZB den kontrovers diskutierten Schwenk zu einer Politik des „Quantitative Easing“ erst gestartet. Diese Divergenz führte, nicht überraschend, zu einer deutlichen Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Zugleich ist der Rohölpreis um ca. 50% in sechs Monaten eingebrochen. Beide Effekte führten nun zeitverzögert zu positiven Ergebniseffekten bei den europäischen Corporates.

Zwei aus europäischer Sicht wichtige regionale Entwicklungen waren zum einen die Rückkehr der Schweizer Nationalbank zu einem flexiblen Wechselkurs, was zu einer schlagartigen Aufwertung des Franken um ca. 20% führte und die Schweizer Exportindustrie massiv belastet. Zum anderen ist der russische Markt aufgrund der Dreifachbelastung aus Rubelverfall, sinkendem Ölpreis und den politisch motivierten Handelsbeschränkungen eingebrochen.

Im Wesentlichen ergeben sich hieraus drei Anforderungen auf der Seite der europäischen Corporates: Erstens ein wachsames und aktives Risikomanagement, insbesondere durch eine angepasste Hedging-Strategie auf den Wechselkurs- und Rohstoffmärkten.

Zweitens eine Nutzung der weiterhin positiven Bedingungen auf den Eigen- und Fremdkapitalmärkten für die Optimierung der Finanzierungsstruktur

Drittens gezieltes M&A-Management, um der Wachstumsschwäche auf dem europäischen Heimatmarkt zu entgehen.

von Prof. Dr. Thorsten Feix 

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