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04Mai

Rückblick: M&A Teatime am 23. April in Köln

Kategorie // Aktuelles

Vom richtigen Timing beim Unternehmensverkauf und den besonderen Fallstricken bei Management Buy-Outs

Bereits zum dritten Mal fand am 23. April in Kooperation mit Oppenhoff & Partner die M&A-Teatime im Köln statt. Vertreter unterschiedlichster Unternehmen und Beratungshäuser nutzten das Forum, um offen über aktuelle Themen, praktische und rechtliche Herausforderungen in M&A-Prozessen sowie die Entwicklung des M&A-Marktes zu diskutieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von den M&A-Partnern Ronald Meißner und Myriam Schilling (beide Oppenhoff & Partner). Die von den Teilnehmern selbst festgelegt Agenda umfasste eine Reihe spannender Fragestellungen aus dem M&A-Umfeld. 

1. Timing für den Verkauf von Unternehmen

Wann ist die richtige Zeit gekommen, ein Unternehmen zu veräußern? Dass sich diese Frage nicht pauschal beantworten lässt, stellten die Teilnehmer der Teatime unmittelbar nach Beginn der Diskussion fest. Mit Sicherheit lässt sich die Frage: Wann sollte man ein Unternehmen nicht veräußern, um einiges einfacher beantworten. Einhellig wurde konstatiert, dass neben den Marktgegebenheiten und den makroökonomischen Entwicklungen auch weiche Faktoren, wie z.B. die Bereitschaft "loszulassen", eine entscheidende Rolle spielen. Eine wichtige Voraussetzung für den Verkauf eines Unternehmens ist die richtige Vorbereitung, bevor man den Veräußerungsprozess startet, bestätigten die Teilnehmer. Dies betrifft nicht nur die Auswahl der Berater sondern auch die Entwicklung und Manifestierung der eigenen Erwartungen an den Prozess, den Käufer, den Kaufpreis usw.

2. Management Buy-Outs und Hybrid-Strukturen

Des Weiteren wurde über die bestmögliche Strukturierung von Management Buy-Outs und die Frage diskutiert, unter welchen Bedingungen es sich für einen Käufer lohnt, das Management nach dem Erwerb auch als Mitgesellschafter an Bord zu halten. Dies ist mit Sicherheit sinnvoll, so waren sich die Teilnehmer schnell einig, wenn das Management über besonderes Know-how verfügt, welches der Käufer, zumindest für einen Übergangszeitraum benötigt, um das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich weiterführen zu können. Dass eine hybride Struktur, d.h. das Management bleibt neben dem Investor am Unternehmen beteiligt, einige Fallstricke sowohl in der Ausgestaltung der entsprechenden Verträge als auch in der operativen Unternehmensführung birgt, verwundert nicht. Wer kann was bestimmen, wer ist wie vertragliche geschützt, wer bekommt wie viel vom Kuchen – sind nur einige der Fragestellungen, mit denen sich die Parteien in solchen Situationen auseinandersetzen müssen.

3. Vendor Loan als probates Mittel zur Belebung der M&A Aktivitäten im Mittelstand?

Das niedrige Zinsniveau und die Euroschwäche führen nach Ansicht der Diskussionsrunde dazu, dass sich die Eigentümer deutscher Unternehmen sehr genau überlegen, ob sie ihr Unternehmen veräußern möchten. Insbesondere im Umfeld von Nachfolgetransaktionen, in denen sich der Verkäufer die Frage stellt, wie er den Veräußerungserlös gewinnbringend weiter investieren kann, bietet das aktuelle Marktumfeld kaum attraktive Lösungen. Dies nahmen die Teilnehmer der M&A Teatime zum Anlass über die Attraktivität von Vendor Loans zu sprechen. Diese können für beide Seiten einer M&A-Transaktion Vorteile haben: Der Verkäufer bekommt über die Gewährung eines Vendor Loans einen weit über dem Marktdurchschnitt liegenden Zinsertrag. Der Käufer kann sein Cash-Management optimieren. Allerdings stellt sich in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage nach der adäquaten Gewährung von Sicherheiten im Hinblick auf die Rückzahlungsansprüche, die, so die Erwartung der Teilnehmer, die Parteien eher davon abhalten wird, sich für ein solches Konstrukt zu entscheiden.

4. Besonderheiten von M&A Transaktionen unter Beteiligung von Asiaten

Ein in den letzten Jahren vielfach diskutiertes Thema, wurde auch im Rahmen der Kölner M&A-Teatime aufgegriffen: Welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen, wenn man mit Asiaten verhandelt und warum ist die Schwemme der asiatischen Unternehmen, die durch Akquisitionen auf den deutschen Markt drängen, bislang ausgeblieben? Festgestellt wurde, dass hier insbesondere die noch immer sehr unterschiedliche Art, Verhandlungen zu führen und Prozesse zu gestalten, ein plausibler Grund ist - gepaart mit dem konservativ geprägten Ansatz deutscher Unternehmen und dem Streben nach der sog. Dealsicherheit. Einig waren sich die Teilnehmer, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird, da sich auch asiatische Marktteilnehmer immer mehr an den Gegebenheiten der europäischen Märkte orientieren und diese bei der Aufstellung ihrer Teams und der Entscheidungsfindung immer mehr berücksichtigen.

5. Ausblick auf die Entwicklung des deutschen M&A-Marktes im laufenden Jahr

Beendet wurde die Teatime im Kölner Büro von Oppenhoff & Partner mit einem kurzen Ausblick auf die Entwicklung des deutschen M&A-Markts. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde erwarten für das laufende Jahr, dass sich – mit Ausnahme einiger großer Transaktionen, im Rahmen derer deutsche Unternehmen in ausländische Märkte investieren – rein innerdeutsche Transaktionen und Investitionen von ausländischen Unternehmen in Deutschland eher weiter im Small-Cap und im Mid-Cap Bereich ergeben werden.

Die nächste Kölner M&A-Teatime wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte stattfinden.

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