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25Mär

M&A Teatime im März

Kategorie // Aktuelles

Veranstaltungsbericht zur M&A-Teatime vom 24.03.2014

 Nachfolgend Auszüge in Stichworten aus der Diskussion. Der Zusammenhang erschließt sich nur für die anwesenden Teilnehmer.

 

M&A Teatime 25.03.2014


Stichworte


Marktentwicklung


Restriktive Haltung der Banken. Mid Market 2013 ist nicht schlecht gelaufen. Large
Cap ist problematisch. China-Interesse an deutschem Maschinenbau und Wissens-
Industrien. Niedrige Qualität der Assets. Es gibt keine guten Targets. Alternative
Finanzanlagen sind schlecht. 2014 keine Belebung zu erwarten.


Bewertung


Hohe bis sehr hohe Bewertungen bei strategischen Käufern. Preise sind angezogen.
Multiples stand alone sind sehr hoch. PE’s beklagen sich: Kaufpreise sind zu hoch.
Trend im Distressed-Bereich: Alteigentümer bleiben als Minderheits-Eigentümer drin,
um am Turnaround zu partizipieren.


Interim Management


Viele Neue am Markt, geprägt durch „General Management-Hintergrund“. Ihnen fehlt
Kompetenz für die operativen Interim-Management-Aufgaben. Viele Neueinsteiger
unseriös. Erfahrungsträger mit `zig Jahren Praxis sind teuer und werden von
Vermittlern ausgespielt gegen junge unerfahrene (billige) Kräfte. Interessenkonflikt
zwischen (kurzfristigem) Interim Management und (langfristig orientiertem) MBI.


§ 613a Betriebsübergang


Kuriose Beurteilungen vor Gericht: zielen auf Revitalisierung, daraus hohe Kosten.
Aufwendungen 50-70% niedriger wo Niedergänge in Märkten erkennbar, z.B. Solar.


Distressed M&A


Neu: Revitalisierung, ist reines PE-Geschäft. Schwieriger: erfolgreiches
Bieterverfahren gegenüber Insolvenzverwalter darzustellen. Angebote werden als
Sprungbrett genutzt, um Druck auf Finanzinvestoren herzustellen.


Locked Box (Festkaufpreis)


Trend ex 2013: viel häufiger gesehen. Problem der immer länger werdenden
Prozesse, d.h. zum Closing werden zunehmend lange Listen der Garantien
vorgetragen. Verkäufer wollen Festpreise. Eher Verkäufermarkt. Hang zu Locked
Box, wird als „handlebar“ bezeichnet. Außerordentliche Geschäfte sind in der Regel
kein Problem, wird vielmehr als Vorgriff auf PMI gesehen. Aufzupassen, das Korsett
nicht zu eng zu schnüren.


Post Merger Integration


Mittelstand: viele wissen gar nicht, was sie kaufen, weil Strategie fehlt und Due Diligence mangelhaft ist. Immaterielles Vermögen ist am kostbarsten (Mitarbeiter, Management) und ist am schnellsten weg. Muss im Rahmen DD und Mitarbeiter-Retention adressiert werden. Siemens-Lösungsweg: ursprünglich zentrale Abteilung für Bereichsstrategie mit Center of Competence für M&A-Integration. Nun: zentrale Abteilung „Post Closing Management“ für Transaktion und Integration.


Sicherheit im M&A-Prozess


Problemstellung, dass Unternehmen ihre Daten auf US-Servern speichern (NSA-Affäre) und Software von meist US-Unternehmen gekauft / gemietet werden. Betrifft auch Transaktion (siehe diesjährige Workshops des BM&A zum Thema IT und IT Carve-Out). Workshop dazu angeregt.


Honorare


Anwälte stundenbasiert, dürfen keine Erfolgshonorare nehmen. Trend zum wöchentlichen Reporting, Versuche, „capped“ einzukaufen, Due Diligence mit Festpreisen. Bei Commodities keine Bereitschaft, exorbitant zu bezahlen. Bei Financial Due Diligence Orientierungsmöglichkeit an „Red Flag reports“, d.h. frühzeitige Erkenntnis, dass Target nicht tragfähig: dies häufig nach zwei Tagen erkennbar. Was sind Dealbreaker? Notwendig dazu ist, strategische und finanzielle Ziele à priori zu definieren und daran zu messen.


Kai Lucks, 24.3.2014

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