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06Mai

Rückblick: M&A Teatime bei Oppenhoff & Partner

Kategorie // Aktuelles

21.04.2016 

Am 21. April 2016 fand im Kölner Büro von Oppenhoff & Partner in Kooperation mit dem Bundesverband Mergers & Acquisitions die vierte M&A-Teatime statt. Unternehmensvertreter, Berater und sonstige Interessierte erwartete eine spannende Diskussion zu verschiedenen Themenkomplexen, die die M&A-Welt derzeit bewegen.

Die Oppenhoff-Partner Myriam Schilling (Köln) und Ronald Meißner moderierten die Veranstaltung, die sich vorrangig mit der Frage beschäftigte, warum sich der deutsche inhabergeführte Mittelstand immer noch schwer tut, M&A-Prozesse auf Käufer- oder auf Verkäuferseite anzustrengen.

Grund hierfür, so hieß es aus dem Kreis der Teilnehmer, könnte durchaus sein, dass solche Prozesse über die letzten Jahrzehnte immer komplizierter geworden sind. Die Riege der erforderlichen Berater habe sich immer  weiter vergrößert, die Regelwerke seien immer umfangreicher und für Laien schwerer durchdringbar geworden. Die Automatisierung von Transaktionsprozessen über Datenbanken, Such-Algorithmen für die Due Diligence und Programme zur Vertragserstellung wären ein verlockendes Ziel. Jedoch waren sich die Teilnehmer einig, dass zumindest derzeit die angebotenen Standards nicht in der Lage sind, den Menschen zu ersetzen und lediglich unterstützend genutzt werden sollten. Wichtig sei vor allen Dingen die gute Vorbereitung und die Teamauswahl ­­intern und auf Beraterseite. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Berater untereinander spiele eine maßgebliche Rolle.

Zudem stellte die Runde fest, dass sich die Herangehensweisen Deutscher in M&A-Transaktionen von denen der Amerikaner unterscheiden. Herausgestellt wurde insbesondere, dass sich amerikanische Unternehmen bei der Durchführung von M&A-Prozessen eines besseren Mikro-Managements bedienen. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland versucht, das Gesamtbild der Transaktion im Auge zu behalten. Dass die eher kleinteilige und spezialisierte Herangehensweise vieler amerikanischer Unternehmen das Maß aller Dinge ist, bezweifelten einzelne Teilnehmer. Ein zu hoher Spezialisierungsgrad der am Prozess Beteiligten könne zu Informationsverlusten führen und hierdurch den Komplexitätsgrad sowie Aufwand beim Gegenüber noch erhöhen. Bei M&A-Transaktionen, bei denen die Beteiligten aus unterschiedlichen Teilen der Welt stammen, sei es vor allem wichtig, die rechtlichen und kulturellen Besonderheiten des potentiellen Vertragspartners zu kennen und ihnen im Prozess und bei der Ausgestaltung der Vertragswerke Rechnung zu tragen.

Dass deutsche Unternehmen und Unternehmer zu konservativ bei der Durchführung von M&A-Transaktionen vorgehen, konnten die Teilnehmer der Teatime aus ihrer Erfahrung nicht feststellen. Vielmehr ließe sich eine Tendenz dazu erkennen, dass M&A-Prozesse an sich derzeit eher mehr Zeit in Anspruche nehmen, als dies noch vor der Finanzkrise der Fall war. Dies mag zum einen daran liegen, dass man nunmehr im Rahmen solcher Prozesse auch solche Risiken beleuchtet, die als eher unwahrscheinlich gelten (mit der Finanzkrise hatte auch niemand gerechnet). Zum anderen wirken sich auch die gesteigerten Compliance-Anforderungen auf die Ausgestaltung von M&A-Prozessen aus. Die Herangehensweise großer Konzerne könne möglicherweise als Orientierung dienen, um M&A-Prozesse im Mittelstand zu optimieren. Auch wenn in mittelständischen Unternehmen in aller Regel nicht die Ressourcen zur Verfügung stehen, auf die ein Konzern zurückgreifen kann, sollte es nach Ansicht der Teilnehmer ein Leichtes sein, eine konkrete Prozessplanung zu erstellen und Verantwortlichkeiten adäquater zu verteilen.

Das M&A Team von Oppenhoff & Partner bedankt sich bei allen Teilnehmern und freut sich auf neue spannende Diskussionen im Rahmen der nächsten Kölner M&A-Teatime.

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