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26Jan

Strukturen in Insolvenz-Transaktionen

Kategorie // Aktuelles

Strukturen in Insolvenz-Transaktionen

Mit Einführung des ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) zum 1. März 2012 sollte die Eigenverwaltung und die Sanierung mittels Insolvenzplanverfahren gestärkt werden. Vor Einführung des ESUG wurden Fort führungslösungen fast ausnahmslos im Rahmen von Asset-Deal-Transaktionen (Übertragende Sanierung) umgesetzt. Das Lösungsspektrum ist mit Umsetzung des ESUG nunmehr deutlich breiter geworden – aber wie werden die neuen Möglichkeiten genutzt, welche Transaktionsformen sind unter ESUG vorherrschend?

Inso-Result Transaktionsdatenbank

Die Frage nach den Transaktionsstrukturen in Insolvenzverfahren drei Jahre nach Einführung des ESUG kann unter Nutzung der perspektiv Inso-Result-Transaktionsdatenbank beantwortet werden. In dem Zeitraum vom 1. März 2012 bis zum 28. Februar 2015 wurden insgesamt 380 Insolvenzanträge von Unternehmen mit über 20 Mio. Umsatz und über 100 Mitarbeitern gestellt. Die realisierten Fortführungslösungen in diesen Verfahren können nun mit Status zum 31. Dezember 2015 ausgewertet werden:

Weiterhin vorwiegend Asset-Deals

Mit Abstand wichtigste Transaktionsform bleibt nach wie vor der Asset-Deal. In 61% der Verfahren erfolgt die Sanierung noch immer über den Einstieg eines externen Investors im Rahmen einer Übertragungslösung. Nur in 4% der Verfahren wird ein Share-Deal im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens umgesetzt – das heißt auch hier erfolgt die Sanierung maßgeblich durch den Einbezug eines externen Investors. In 12% der analysierten Insolvenzgroßverfahren wird ein Insolvenzplan umgesetzt ohne dass ein externer Investor einbezogen wird, das heißt die „Sanierung“ erfolgt „stand-alone“ aus eigener Kraft. In 15% der Verfahren musste eine Liquidation eingeleitet werden und in 8% der Verfahren wurde zum Stichtag noch keine Lösung gefunden.

Dr. Andreas Fröhlich

 

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