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26Mai

Studie belegt: Mittelständler bei Nachfolgesuche alleingelassen

Kategorie // Aktuelles

von Udo Goetz, Vorstand der axanta AG

 

Vom Nachfolgeproblem zur Nachfolgelösung ist es für die meisten Unternehmer ein langer Weg mit vielen Hürden. Eine neue Studie legt nun erstmals einen Fokus auf die Sichtweise und die Wünsche der Unternehmer selbst. Das Ergebnis ist: Die Komplexität der Unternehmensnachfolge wird von den mittelständischen Firmeninhaber meist völlig unterschätzt.

 

Nachfolgeregelung soll praktisch ohne Vorlaufzeit beginnen
Laut den Ergebnissen der Studie wird der Planungshorizont für den Beginn des Verkaufsprozesses oftmals viel zu kurz gefasst. 60,9 Prozent der Befragten wollen innerhalb von 12 Monaten mit dem Verkauf beginnen und damit ohne langfristige Vorbereitung. Nur 6,4 Prozent machen sich bereits heute über die Nachfolgesuche in fünf Jahren Gedanken.

 

 

Kaum Zeit für Verkaufsprozess eingeplant
36,4 Prozent der befragten Unternehmen plant für den eigentlichen Verkaufsprozess nur drei bis sechs Monate ein. 82,9 Prozent der Unternehmer geht von einem Verkauf innerhalb von einem Jahr aus. Die meisten mittelständischen Unternehmer beginnen mit ihren Planungen für die Übergabe des eigenen Lebenswerkes damit deutlich zu kurzfristig. Auch die Erwartungen wie schnell der Verkauf realisiert werden kann, sind erheblich zu optimistisch. Viele unterschätzen den zeitlichen Aufwand zur Zusammenstellung aussagekräftiger Zahlen, die Dauer der Vertragsverhandlungen und gehen von unrealistisch schnellen Prüfungszeiten, Genehmigungsabläufen und Finanzierungszusagen für die Käufer aus. Die Erfahrungen aus der Unternehmensvermittlung zeigen, dass Vorlaufzeiten von mindestens 2-3 Jahren optimal sind.

Aufbau zweiter Führungsebene kostet ebenfalls Zeit
Zu den zeitlichen Verzögerungen im Verkaufsprozess kann auch der wichtige Aufbau eines nicht nur fachlich, sondern auch kaufmännisch vollwertigen Vertreters bzw. einer Vertreterin führen. Von den befragten Unternehmern haben beispielsweise nur etwas über 24,5 Prozent eine vollwertige zweite Führungsebene.

Verkaufspreis wird zumeist aus dem Bauch heraus ermittelt
Obwohl bekannt ist, dass viele Unternehmensverkäufe oftmals an unterschiedlichen Preisvorstellungen der Vertragspartner scheitern, wollen bei unserer Umfrage nur rund 23,6 Prozent der Unternehmer den Verkaufspreis aufgrund eines fundierten Wertgutachtens und immerhin noch 24,5 Prozent aufgrund eines Vorschlages ihres Steuerberaters ermitteln lassen. Die Mehrheit will den Verkaufspreis allerdings aufgrund von Marktvergleichen und dem persönlichen Finanzbedarf festlegen.

Mittelstand steht für Verantwortung und Pflichtbewusstsein
Für die befragten Unternehmer kommen in der Wichtigkeit beim Verkauf noch vor dem erzielbaren Preis, das Weiterbestehen der Firma, die Fortführung der Kundenbetreuung in gleicher Qualität und die Übernahme aller Mitarbeiter. Gerade die Antworten auf die Frage nach den wichtigsten Anforderungen bei der Nachfolgeregelung unterstreichen die hohe Verantwortung der mittelständischen Firmeninhaber für ihre Kunden und Mitarbeiter. Dass der erzielbare Preis erst an 4. Stelle auftaucht, ist dabei dennoch überraschend.

Unternehmer setzen beim Verkauf auf eigene Kontakte und M&A-Berater
Rund 53,6 Prozent der Unternehmen wollen die Käufersuche selbst in die Hand nehmen und private und geschäftliche Kontakte dafür einschalten. Eine gleich hohe Zahl will sich an einen M&A-Berater wenden. Dabei erwarten 76,5 Prozent von ihrem M&A-Beratern vor allem Diskretion und mit 70,9 Prozent Kontakte zu Kaufinteressenten. Nachgewiesene Erfolge erwarten 46,4 Prozent. Mit 49,1 Prozent bevorzugen die meisten Unternehmer dabei M&A-Berater mit festen monatlichen Kosten und einem Erfolgshonorar. Die Abrechnung von Einzelleistungen oder nach Beraterstunden wünschen sich nur jeweils unter 10 Prozent.

Über die Studie
An der Studie des Magazins Markt und Mittelstandes aus den Hause des F.A.Z.-Verlages sowie des Oldenburger Unternehmensvermittlers axanta AG vom April 2014 beteiligten sich 110 Unternehmer des deutschen Mittelstandes. Dabei lag der Fokus auf kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Die Grundgesamtheit bildete ein Verteiler aus etwa 2.500 mittelständischen Unternehmen mit dem Wunsch zur Nachfolgesuche. Die Studie kann hier kostenfrei bezogen werden: http://www.nachfolgestudie.de/

 

Kontakt:

Dietmar Müller
Tel.: 0441-9498833-0
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Huntestr. 12
26135 Oldenburg

 

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